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Wenn Sichtbarkeit zufällig politisch wird (und warum das kein Zufall ist)

Ein harmloser Post über KI geht plötzlich viral. Nicht wegen des Inhalts, sondern wegen der Reaktionen darauf. Über 40.000 Impressions auf LinkedIn und alles nur, weil Männer meinten, mir KI erklären zu müssen.

Ich hatte einen Post über ein KI-Sparring gemacht, in dem die KI sagte: „Jetzt kommen wir zum Kern des Pudels.“ Für mich die Erinnerung, dass KI bzw. die LLMs ein Statistik-Tool sind, das die häufigsten Wortverbindungen ausspuckt, auch wenn Goethe es anders geschrieben hatte. Eigentlich nur ein lustiger Moment über die Funktionsweise von KI.

Doch die Reaktionen zeigten mir etwas viel Wichtigeres: Aus ganz normalen Inhalten wird zufällig politischer Content. Ob wir das wollen oder nicht.

Der Gender Gap bei KI zeigt sich in den Kommentaren

Die Kommentarspalte wurde zum Mikrokosmos gesellschaftlicher Strukturen. Männer erklärten mir ausführlich, warum KI „viel mehr als nur ein Statistik-Tool“ sei. Frauen hingegen verstanden sofort den Punkt: Es sollte ein lustiges Beispiel dafür sein, wie KI funktioniert.

Diese unterschiedlichen Reaktionen sind kein Zufall. Sie zeigen, wie unterschiedlich die Expertise von Männern und Frauen wahrgenommen wird.

Warum jede sichtbare Frau Strukturen durchbricht

Als Unternehmerin, als selbstständige Frau, durch brichst du automatisch Rollenbilder, wenn du sichtbar wirst. Du zeigst, dass Frauen:

  • Über komplexe Technologie sprechen können
  • Eigene Unternehmen führen
  • Fachexpertise haben
  • Meinungen äußern dürfen

Das klingt selbstverständlich? Ist es leider nicht. Die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen sind immer noch da: Bist du zu tough, wirkst du kalt. Bist du zu soft, giltst du als schwach oder emotional. Bei Veranstaltungen werden Frauen gefragt, wer auf ihre Kinder aufpasst, Männern passiert das seltener.

Das ist kein persönliches Problem. Das ist ein strukturelles Muster.

Deine Chance: Bewusst Vorbild sein

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, das bewusst zu nutzen. Meine Fehler zu zeigen, das Chaos hinter den Kulissen und meine Learnings sichtbar werden zu lassen. Denn genau das brauchen andere Frauen.

Du musst nicht demonstrieren gehen. Du musst nicht gleich die Welt retten. Du musst sichtbar werden. Mit deinen Themen, deiner Expertise, deinem Leben. Schon damit kämpfst du gegen strukturelle Systeme, die es uns als Frauen so schwer machen.

Wie du deine politische Wirkung bewusst gestaltest

  1. Mach den Realitäts-Check Schau dir deine letzten zehn Posts an. Welche Botschaften sendest du über Frauen im Business? Zeigst du deine Expertise? Oder versteckst du dich hinter harmlosen Inhalten?
  2. Zeige Business-Realität Nicht nur Erfolge, auch Alltag und Zweifel. Dadurch wirst du Vorbild für andere Frauen. Sie sehen: Es ist normal zu kämpfen, zu zweifeln, trotzdem weiterzumachen.
  3. Nutze deine Netzwerke strategisch Stelle andere Unternehmerinnen vor. Reagiere auf ihre Beiträge. Unterstütze sie. Netzwerke multiplizieren deine Sichtbarkeit und die anderer Frauen.
  4. Stelle dir die entscheidenden Fragen Bei jedem Post: Wen stärke ich mit diesem Content? Welche Perspektive fehlt noch? Sieht sich meine Zielgruppe repräsentiert?

Dein KI-Prompt für bewussteren Content

KI-Prompt

Du hilfst mir dabei, bewusster Content zu erstellen. Bevor ich einen Post veröffentliche, frage mich: "Wen stärkst du mit diesem Inhalt und welche Perspektive fehlt in deinem Content noch?" Erinnere mich daran, dass Sichtbarkeit automatisch Vorbildfunktion bedeutet.

Praktische Umsetzung: Dein Aktionsplan

Regelmäßiger Sichtbarkeits-Check:

  • Analysiere deine letzten zehn Posts
  • Frage dich: Welche Botschaft vermittle ich über Frauen im Business?
  • Mache einen Repräsentationscheck: Sieht sich meine Zielgruppe repräsentiert?
  • Schaffe eine Story oder einen Post pro Woche über die Business-Realität, nicht nur die Highlights

Monatliche Reflexion: Schau dir deine Reichweite und Interaktionen an. Wo kommen die Reaktionen her? Welche Themen bewegen deine Community? Welche strukturellen Muster erkennst du?

Journaling-Fragen für tiefere Reflexion

Nimm dir Zeit für diese Fragen. Sie helfen dir dabei, deine unbewussten Muster zu erkennen und deine Sichtbarkeit bewusster zu gestalten:

Journaling-Fragen

Was zeige ich nicht in meiner Sichtbarkeit und warum? Oft verstecken wir uns hinter vermeintlich "sicheren" Themen. Wo hältst du dich zurück? Was befürchtest du?

Welche Botschaft über Unternehmerinnen vermittle ich unbewusst? Deine Art zu kommunizieren, deine Themen, deine Präsentation – alles sendet Botschaften. Welche sind das?

Was hätte mir als Business-Anfängerin geholfen zu sehen? Diese Frage bringt dich zurück zu dem, was wirklich wichtig ist: anderen Frauen den Weg zu ebnen, den du dir gewünscht hättest.

Von der Erkenntnis zur Veränderung

Sichtbarkeit als politischen Akt zu verstehen, kann erstmal überfordernd wirken. Muss ich jetzt jeden Post durchdenken? Bin ich verantwortlich für gesellschaftlichen Wandel?

Die Antwort ist: Du machst es bereits. Jeden Tag, mit jedem Post, mit jeder Meinung, die du äußerst. Die Frage ist nur, ob du es bewusst oder unbewusst machst.

Wähle bewusst.

Zeige deine Expertise. Teile deine Meinung. Stehe zu deinen Werten. Unterstütze andere Frauen. Das ist nicht nur gut für dein Business, es verändert Strukturen.

Denn am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein oder die Welt allein zu retten. Es geht darum, gemeinsam sichtbar zu werden. Als Community. Mit Co-Creation und Kooperation.

Deine Sichtbarkeit ist dein Statement. Nutze sie.

Du willst das nicht nur lesen, sondern gemeinsam mit anderen Frauen umsetzen? Dann komm in die ++DenkfabrikLab Community für Austausch, Co-Creation und Inspiration. Und wenn du regelmäßig Motivation brauchst, trag dich in meinen Newsletter ein.

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Uneditiertes Transkript zur Folge (mit KI Tool entstanden)

Fearless Prefection, der Podcast über Kreativität, Inspiration und Empowerment, der dich ermutigt, einfach loszulegen, bevor du dich bereit fühlst. Hi, ich bin Barbara und in Staffel 6 geht es um von Business zu Impact zufällig. Aus ganz normalen Herausforderungen werden politische Fragen. Warum Sichtbarkeit immer ein Statement ist, Preise mehr als Zahlen sind und KI nie neutral denkt und antwortet.

Ich zeige dir, wie dein Erfolg nicht nur dein Business verändert, sondern nebenbei auch Strukturen. Ich dachte, ich poste nur über meinen Alltag als KI- und Content-Mentoren. Was lag ich da falsch? Ich habe einen Post gemacht, einen eigentlich total lustigen Post.

Ich hatte Sparring mit meiner KI und irgendwann kam die Aussage von der KI, jetzt kommen wir zum Kern des Pudels. Und ich dachte mir, Haha, das ist ja lustig. So klingt das aber falsch. Faust hat das andersrum gesagt.

Das Pudels Kern. Und da fiel es mir wieder ein. KI ist ein Statistik-Tool. Ganz tief unten drin.

Es ist hochkomplex und alles. Aber die Basis ist ein Statistik-Tool. Die Statistik da drin legt fest, wie die Wörter rausgegeben werden. Und anhand dieses Beispiels ließ es sich so toll erkennen.

Statistisch gesehen sind Kern und Pudel zwei Wörter, die dank Faust häufig vorkommen. Kern wird aber meistens so benutzt, dass der Kern der Aprikose, der Kern des Problems, der Kern von. Also Kern des Pudels. Und was ging dieser Beitrag viral?

Ich hatte in meinem Leben noch nicht so viele Impressions auf LinkedIn. Über 40.000. Und alles nur, weil plötzlich ganz viele Männer meinten, mir KI erklären zu müssen. Dass die Aussage KI sei ein Statistiktool überhaupt nicht stimmt.

Frauen wiederum sagten, Ha, wenn man das extra gemacht hätte, wäre es auch noch lustig, aber so ist es einfach nur blöd, weil die KI tatsächlich einfach die Dinge durcheinander schmeißt. Und haben wieder einmal mehr verstanden, dass die Basis von KI, also ich rede hier vor allem von den ganzen LLM-Modellen, sprich Gemini, Chad, GBT, Claude, wie sie alle heißen, die Basis von diesen Modellen ist eine Statistik, die aussagt, Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, welches Wort als nächstes kommt. Und ich habe das tatsächlich wirklich nur gepostet, weil ich es witzig fand. Die Reichweite kam vor allem auch durch das Mansplaining.

Und so wurde so ein ganz banaler Content irgendwie politisch, weil er aufgezeigt hat, wie der Umgang mit KI ist, wie der Gender Gap bei KI ist, wie Männer und Frauen unterschiedlich auf Aussagen reagieren. Und als Unternehmerin, als Selbstständige, kann ich in dem Moment, wo ich sichtbar werde, diese Rollenbilder brechen. Wenn ich darüber spreche, was KI ist, wie ich KI nutze, wenn ich über meinen Alltag spreche, über die Care-Arbeit, über alles, was ich als Unternehmerin, als selbstständige Frau in meinem Leben habe, kann ich Vorbild sein, kann ich alte Rollenbilder brechen, Und das war im ersten Moment so, wow, will ich das überhaupt?

Kann ich das überhaupt? Auf der anderen Seite, ich mache es ja eh schon. Und wirklich schlimm waren diese Kommentare jetzt auch nicht. Ein paar habe ich gelöscht, weil sie auf irgendwelche Sachen verlinkt haben, die ich merkwürdig fand und das wollte ich unter meinem Beitrag nicht haben.

Aber den Rest habe ich stehen lassen. Tut mir nicht weh. Es hat aber wieder mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, dass Sichtbarkeit eben politisch ist, ob ich das will oder nicht, vor allem als Frau oder als, keine Ahnung, Person, die eben sonst diese Sichtbarkeit nicht so einfach bekommt. Und die Sichtbarkeit von Frauen und eben auch allen anderen Gruppen, die diese Sichtbarkeit nicht automatisch bekommen, das ist politisch, weil sie Normen durchbrechen.

Es geht auch um diese gesellschaftliche Erwartung an Frauen. Aber es ist egal, was man macht als Frau. Wenn man zu tough rüberkommt, wird man kalt. Wenn man zu soft rüberkommt, ist man schwach oder emotional.

Bei Veranstaltungen, wenn man abends unterwegs ist, Männer werden selten gefragt, wer auf ihre Kinder aufpasst. Frauen viel häufiger. Ja, das verändert sich und das ist auch gut so. Aber diese Rollenbilder sind immer noch drin.

Und das ist eben kein persönliches Problem. Das ist ein strukturelles Muster. Und ich habe für mich die Entscheidung getroffen, das auch bewusst zu nutzen. Meine Fehler zu zeigen, das Chaos hinten dran, meine Learnings vor allem sichtbar werden.

Das ist mein Ziel. Das möchte ich für alle Frauen. Werdet sichtbar. Kämpft gegen diese strukturellen Probleme, diese strukturellen Systeme, die es uns so schwer machen.

Und ihr müsst nicht demonstrieren gehen. Ihr müsst nicht keine Ahnung was alles machen. Ihr müsst nur sichtbar werden mit uns. mit euren Themen, mit eurer Expertise, mit eurem Leben.

Und auch hier, ihr müsst nicht viel Privates teilen, aber persönliche Meinungen, eure Werte reichen manchmal schon aus. Und vielleicht einen kleinen Tipp für dich, wie du das Ganze angehen kannst. Schau dir mal deine letzten 10 Posts an. Hast du irgendwas an Botschaften für Frauen im Business hinterlassen?

Hast du deine Expertise gezeigt? Mach mal einen Check. Wen repräsentierst du bzw. dein Content und wen nicht?

Versuch ein bisschen Business-Realität zu zeigen. Nicht nur die Erfolge, auch ein bisschen Alltag und ein bisschen Zweifel. Dadurch wirst du Vorbild für andere Frauen. Nutze deine Netzwerke.

Sie multiplizieren deine Sichtbarkeit. Stelle andere Unternehmerinnen vor, reagiere auf ihre Beiträge, unterstütze sie. Stell dir immer mal wieder die Frage, wen stärke ich mit meinem Content, mit dem Post, den ich jetzt mache, mit der Aussage, die ich jetzt treffe und welche Perspektive fehlt vielleicht in meinem Content. Nächste Woche geht es ums Thema Geld, das Pricing von deinen Angeboten und wo da die politische Aussage drin steckt.

Zum Abschluss jetzt noch ein KI-Prompt, der das Thema Sichtbarkeit ist politisch nochmal aufzeigt. Hier der Prompt. Du hilfst mir dabei, bewusster Content zu erstellen. Bevor ich einen Post veröffentliche, frage mich, wen stärkst du mit diesem Inhalt und welche Perspektive fehlt in deinem Content noch?

Erinnere mich daran, dass Sichtbarkeit automatisch Vorbildfunktion bedeutet. Die praktische Umsetzung. Ich hatte eben schon von den Tipps gesprochen. Die zehn letzten Posts ans Gucken.

Welche Botschaft vermittelst du über Frauen im Business? Einen Repräsentationscheck. Bei jedem Post fragen, sieht sich meine Zielgruppe repräsentiert. Und vielleicht schaffst du es ja, eine Story, einen Post pro Woche zu machen über die Business-Realität und nicht nur die Highlights zu nennen.

Und zu guter Letzt noch die Journaling-Fragen, um dich damit auseinanderzusetzen. Was zeige ich nicht in meiner Sichtbarkeit und warum? Welche Botschaft über Unternehmerinnen sein, vermittel ich unbewusst? Was hätte mir als Business-Anfängerin geholfen zu sehen?

Bis nächste Woche. Das war Fearless Prefection. Von Business zu Impact zufällig. Dein Reminder, dass dein Business sichtbar, erfolgreich und profitabel sein darf und dass genau daraus mehr entsteht.

Veränderung, die Strukturen bewegt. Ich bin Barbara, deine Content- und KI-Mentorin für Female Empowerment. Content-Creation mit Haltung und einem spielerischen Umgang mit KI. Wenn du das nicht nur hören, sondern gemeinsam mit anderen Frauen umsetzen willst, komm ins Denkfabrik-Lab.

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