Hast du dich schon einmal gefragt, wer eigentlich bestimmt, was die KI weiß? Oder warum sie dir auf die Frage nach „erfolgreichen CEOs“ fast ausschließlich Bilder von weißen Männern liefert?
KI ist kein neutrales Orakel. Sie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, inklusive all ihrer Ungleichheiten, Machtstrukturen und blinden Flecken. In meiner Podcast-Reihe „24 Tage, 24 Folgen“ habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie wir KI nicht nur effizient, sondern vor allem mit Haltung nutzen können. Denn am Ende des Tages geht es nicht darum, was die KI „will“, es geht darum, wer du in deiner digitalen Kommunikation sein willst.
Hier sind vier Impulse, wie du deine KI-Nutzung ethisch, feministisch und bewusst gestaltest.
Haltung beim Prompten: Empathie verändert Ergebnisse
24 Tage 24 Folgen – Tag 2: Ethik & Haltung im Alltag
Oft tippen wir unsere Anweisungen wie knappe Befehle in die Maschine: „Schreib mir 10 Headlines.“ Aber frag dich mal: Würdest du so mit einer Mitarbeiterin oder einer Kollegin sprechen?
Die Haltung hinter deinen Prompts zählt. Wenn du die KI wie eine Denkpartnerin behandelst, mit Respekt, Kontext und Klarheit, verändert sich die Qualität der Ergebnisse direkt. Empathisch zu prompten bedeutet nicht, esoterisch zu werden, sondern präzise zu kommunizieren, was deine Community wirklich berührt.
Die Methode:
Nimm eine klassische Arbeitsfrage, vor der du gerade stehst: für deinen Newsletter, zur Vorbereitung für Content auf Social Media, was auch immer. Formuliere zweimal den Prompt für diese Aufgabe.
KI-Prompt
Version 1: sachlich, ohne Kontext
Erstelle eine Liste mit fünf Themen zu [Thema].
Version 2: empathisch, mit Haltung
Bitte hilf mir, fünf Themen zu entwickeln, die [deine Zielgruppe] wirklich berühren und zum Nachdenken anregen. Berücksichtige auch Themen, die selten gesagt werden.
Vergleich die beiden KI-Antworten. Was ist anders? Was fühlt sich besser an? Was kannst du besser nutzen? Mit welchem Ergebnis bist du zufriedener?
Tag 2 “Ethik + Haltung im Alltag” anhören anhören:
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Weitere InformationenFeministische KI-Nutzung: Digitale Teilhabe durch Sichtbarkeit
24 Tage 24 Folgen – Tag 4: Feminismus + KI
KI lernt aus Daten, die oft bestehende Ungleichheiten reproduzieren. Wenn wir als Frauen und Feministinnen die KI nutzen, ist es unsere Aufgabe, aktiv gegenzusteuern.
Fordere die Maschine heraus! Frag nicht nur nach „Politikerinnen“, sondern spezifisch nach Frauen, die Care-Arbeit und Ehrenamt verbinden oder migrantische und queere Perspektiven leben. Jedes Mal, wenn wir nach vielfältigen Perspektiven fragen, beeinflussen wir, was in Zukunft als „relevant“ ausgegeben wird. Das ist Empowerment und aktive digitale Teilhabe.
Die Methode:
Ein Beispiel-Prompt, den du anpassen kannst.
KI-Prompt
Gib mir drei Content-Ideen, die zeigen, wie Frauen in [Bereich] arbeiten. Berücksichtige dabei auch migrantische und queere Perspektiven.
Achte darauf, dass du typische Rollenbilder durchbrichst mit deinen Fragen an die KI. Frag bewusst nach Perspektiven, die in diesem Themenbereich vielleicht nicht alltäglich sind.
Tag 4 “Feminismus + KI” anhören
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Weitere InformationenDen Bias durchbrechen: Werden deine Geschichten erzählt?
24 Tage 24 Folgen – Tag 5: Daten und Bias
Hinter jedem KI-Content steckt ein Datensatz. Und diese Datenlandschaft wird oft von Macht und Privilegien geprägt. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist der Data Feminism: Er hinterfragt kritisch, wessen Geschichten erzählt werden und wessen Geschichten fehlen.
Lass dich nicht mit den ersten, oft stereotypen Antworten der KI zufriedenstellen. Wenn du merkst, dass die Ergebnisse einseitig sind, benenne den Bias und fordere explizit Inklusivität ein. Nur so verändern wir langfristig das Bild dessen, was als „normal“ gilt.
Data Bias verstehen: KI lernt aus Daten, die Menschen ausgewählt haben. Und Menschen haben blinde Flecken, Vorurteile, Bias. Das steckt in den Daten – und damit in der KI.
Es hängt auch damit zusammen, welche Daten überhaupt vorhanden sind. Früher durften Frauen keine Bücher schreiben. Jahrhundertelang gab es nur Bücher von Männern. Es konnten nur reiche Menschen studieren und Bücher veröffentlichen. Das heißt, viele geschriebene Texte stammen von reichen, meist weißen Männern. Diese historische Verzerrung bekommen wir aus den Daten nicht einfach raus, weil es keine anderen Daten gibt.
Was du tun kannst: Hinterfrage die Trainingsdaten anhand deiner Ergebnisse. Analysiere, ob ein Bias drin steckt. Frag dich immer: Wessen Geschichten fehlen? Wer wird nicht repräsentiert? Fordere dann die KI auf, inklusiver zu denken.
Das ist unbequem? Ja. Aber es ist notwendig.
Die Methode:
Starte eine Bias-Challenge. Lass die KI einen Text für dich generieren, zu einem beliebigen Thema. Lies ihn kritisch und stell dir diese Fragen:
- Welche Perspektiven fehlen?
- Wer wird nicht genannt?
- Gibt es Stereotype oder Muster?
Formuliere dann den Prompt neu und fordere explizit diverse Perspektiven ein.
KI-Prompt
Schreib mir einen Text über erfolgreiche Gründerinnen mit Fokus auf migrantische und queere Unternehmerinnen.
Vergleiche die Ergebnisse. Schau, was dabei rauskommt.
Wir haben die Möglichkeit, KI zu hinterfragen und andere Ergebnisse ausgeben zu lassen. Nutze sie.
Tag 5 “Daten und Bias” anhören
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Weitere InformationenDer freundliche Umgang: Warum „Bitte“ und „Danke“ wichtig sind
24 Tage 24 Folgen – Tag 10: Freundlicher Umgang mit KI
Vielleicht denkst du: „Es ist doch nur ein Algorithmus, warum sollte ich höflich sein?“ Die Forschung ist sich uneinig, ob Höflichkeit die Qualität verbessert. Aber eigentlich geht es um dich und deine Gewohnheiten.
Wie wir mit Technologie umgehen, prägt unsere Kommunikationsroutinen. Wenn du dir angewöhnst, auch digital respektvoll zu sein, trägst du diese Haltung automatisch in deine analogen Beziehungen. ChatGPT und alle LLMs lernen zudem von Unterhaltungen und kopieren deinen Stil. Wenn du einen freundlichen Dialog willst, solltest du eben auch freundlich schreiben.
Tag 10 “Freundlicher Umgang mit KI” anhören
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Weitere InformationenDein nächster Schritt: Erstelle deine Prompt-Etikette
Ethische KI-Nutzung ist kein Ziel, das man einmal erreicht, sondern eine tägliche Entscheidung.
Entwickle heute deine eigene Prompt-Etikette:
Klarheit & Kontext: Gibst du der KI alle Infos, die sie braucht?
Vielfalt einfordern: Fragst du aktiv nach Perspektiven jenseits des Mainstreams?
Reflexion: Was sagen die KI-Antworten über deine Fragen und deine eigenen blinden Flecken aus?
Schreib dir drei Grundsätze auf und häng sie an deinen Arbeitsplatz. Wir gestalten die digitale Zukunft mit jedem einzelnen Prompt. Sei mutig, sei kritisch und bleib dir selbst treu.
Wie hältst du es mit der Höflichkeit gegenüber Maschinen? Und wo hast du schon einmal bewusst gegen einen Bias gegengesteuert?
Alle vier Gedanken im Umgang mit KI stammen aus meiner Podcast-Serie „24 Tage, 24 Folgen“ zu KI und Content Creation. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, hör dir die verlinkten Folgen an und wenn du noch mehr Inspiration, Methoden und feministische Perspektiven zu KI-Nutzung brauchst, abonniere gerne meinen wöchentlichen Newsletter.
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