Irgendwo in deiner Stadt treffen sich gerade Frauen.
Vielleicht in einer Wohnung, vielleicht in einem Café. Sie stricken. Oder sie malen. Oder sie laufen gemeinsam. Auf den ersten Blick: ein Hobby. Auf den zweiten Blick: eine Infrastruktur.
Was in diesen Kreisen passiert, ist leiser als eine Demo und vermutlich wirkungsvoller als die meisten Meetings mit Powerpoint Präsentation. Es ist kein Zufall, dass Frauen immer wieder diese Formen der Gemeinschaft suchen, bewusst oder unbewusst, als Antwort auf die Welt da draußen.
(Was ich mit den Kreisen meine, kannst du im Beitrag zum Mikro-Matriarchat oder in der Podcastfolge Das Dreieck und der Kreis. Zwei Modelle, die das Patriarchat und das Matriarchat besser erklären lesen)
Was in einem Strickkreis wirklich passiert
Kein Pitch. Keine Slides. Kein Contentplan. Nur Frauen, Hände und ein gemeinsamer Raum.
Das klingt banal. Ist es aber nicht. Denn genau das fehlt in einer Welt, die permanent performt und präsentiert. Was in analogen Kreisen entsteht, lässt sich in ein paar Schlagworten beschreiben, aber die Wirkung ist größer als die Worte:
- Safe Space: Du musst nichts spielen, nichts beweisen, nichts optimieren.
- Ko-Regulation: Wenn du gemeinsam etwas mit den Händen tust, beruhigt sich dein Nervensystem.
- Wissenstransfer ohne Agenda: Ob über Strickmuster, Tagespolitik oder Lebensthemen, in vertrauensvollen Kreisen fließt Wissen. Bewusst und unbewusst.
- Vertrauen als Grundlage: Regelmäßigkeit schafft Vertrautheit. Vertrautheit schafft Mut. Mut verändert etwas.
Das ist, was passiert, wenn Frauen sich ohne Tagesordnung treffen und trotzdem, oder gerade deshalb, in Bewegung kommen.
Protest mit Stricknadeln: Das ist nicht neu
Rote Mützen werden gerade wieder gestrickt. Als Zeichen. Als Haltung. Als sichtbarer Widerstand gegen politische Entwicklungen, die viele nicht klaglos hinnehmen wollen.
(Mehr zu den roten Mützen findest du z.B. bei Haekelmonster oder bei Knitting the Anti-Trump Resistance)
Das ist keine neue Idee. Frauen haben Handarbeit immer auch als politischen Raum genutzt, als Ort des Gesprächs, des Widerstands, der Vernetzung. Schon die tricoteuses der Französischen Revolution strickten auf den Tribünen der Nationalversammlung, Suffragetten nutzten Handarbeit als Organisationsraum (Textile Handarbeit als feministische Praxis), und 2017 wurden beim Women’s March weltweit Pussyhats gestrickt als sichtbares Zeichen des Widerstands. Was sich verändert hat: Heute ist der Kontext digitaler Erschöpfung, algorithmischer Filterung und zunehmender Isolation hinzugekommen.
Analoge Gemeinschaft ist deshalb eine direkte Antwort auf das, was Bildschirme nicht leisten können: echte Präsenz, echtes Zuhören, echtes Vertrauen.
Der Kreislauf, der funktioniert, Offline und online
Was in einem analogen Kreis passiert, endet nicht beim Abschied. Wenn du online davon erzählst (auf Social Media, im Podcast, im Blog), kannst du diesen Kreislauf in Bewegung setzen:
Erleben → Reflektieren → Teilen → Andere einladen → Gemeinsam erleben.
Wer über ihre Strickrunde postet, lädt vielleicht jemanden ein, der noch keinen Kreis hat. Wer über ihr Laufgruppen-Gespräch schreibt, gibt anderen Mut, selbst anzufangen. Online über Offline reden ist kein Widerspruch, es ist der Kreislauf, der funktioniert.
Das hängt auch mit dem zusammen, was ich in der ersten Folge dieser Staffel als Grundgedanken beschrieben habe: der Unterschied zwischen Konsum und Kreation. Zur Podcastfolge: Vom Konsumieren zum Kreieren
KI-Prompt: Dein passendes Hobby finden
Ja, das ist bewusst ein Widerspruch: KI nutzen, um das Analoge zu finden. Manchmal braucht es genau diese Sparringspartnerin, um den eigenen Blickwinkel zu verschieben.
KI-Prompt
Ich möchte mehr analoge Gemeinschaft in meinem Leben haben. Hilf mir, ein passendes Hobby und die entsprechenden Frauenrunden dazu zu finden. Frag mich: Was machst du am liebsten mit anderen Menschen zusammen? Und welche Gemeinschaft fehlt dir gerade? Hilf mir, einen konkreten ersten Schritt zu machen.
Wichtig: Überlege vorher, was du der KI anvertrauen möchtest. Nicht alles muss raus.
Journaling-Fragen für Stift + Papier
Journaling-Fragen
Welcher analoge Kreis oder welche Gruppe in deinem Leben gibt dir am meisten Energie und wie oft bist du wirklich dort?
Was hält dich davon ab, einem bestehenden Kreis beizutreten oder einen eigenen zu starten?
Wenn du deinen idealen wöchentlichen oder monatlichen analogen Kreis beschreiben würdest, wie sieht der aus?
Deine Aufgabe für diese Woche
Such dir einen analogen Kreis. Oder starte einen. Auch mit zwei Menschen. Auch klein.
Schreib danach auf, wie es für dich war. Nicht für Instagram. Nicht für den Blog. Nur für dich, mit Stift und Papier. Wie fühlst du dich? Was macht das mit dir?
Manchmal ist die wichtigste Erkenntnis die, die du für dich behältst.
Abschlussgedanke
Was wäre möglich, wenn du deine wichtigsten Gespräche nicht online führst, sondern in einem Raum, in dem ihr gleichzeitig etwas mit den Händen tut?
Echter Impact entsteht nicht im Algorithmus. Er entsteht im Gespräch, im Kreis, im Viertel, in der Bewegung. Analog. Zusammen. Verändernd.
P.S. Hab immer Stift und Papier dabei. Deine nächste große Idee wartet schon darauf, von dir festgehalten zu werden.
Quellen + Weiterführendes
Ko-Regulation und das autonome Nervensystem Riley, J., Corkhill, B. & Morris, C. (2013): The Benefits of Knitting for Personal and Social Wellbeing in Adulthood. Internationale Umfrage mit über 3.500 Teilnehmenden aus 39 Ländern. Die Studie zeigt: Stricken, besonders in der Gruppe, reduziert Stress, steigert Wohlbefinden und stärkt soziale Verbindung signifikant stärker als allein. Erschienen im British Journal of Occupational Therapy, 76(2), 50–57. https://journals.sagepub.com/doi/10.4276/030802213X13603244419077
Stricken & Angstreduzierung klinische Studie Clave-Brule, M. et al. (2009): Managing anxiety in eating disorders with knitting. Studie mit Patient:innen mit Essstörungen: 74% berichteten von einer nachweislich beruhigenden und therapeutischen Wirkung, signifikante Reduktion von Angstzuständen. Erschienen in Eating and Weight Disorders, PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19367130/
Soziales Stricken & Angstmessung KneuroKnits-Studie Studie (2020): KneuroKnits: Evaluating Social Participation and Anxiety Reduction Through Knitting. Gemessene Angstreduzierung (STAI-Score) nach gemeinsamen Stricksitzungen: signifikant nach Sitzung 1 (p=0,02) und nochmals nach Sitzung 4 (p=0,006). Erschienen in PMC / Occupational Therapy. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7437286/
Handarbeitsbasierte Interventionen & psychische Gesundheit aktueller Überblick Systematischer Review (2025): The Effects of Crafts-Based Interventions on Mental Health and Well-Being. Aktuellster wissenschaftlicher Überblick über Handarbeit als therapeutische Intervention bei Angst, Depression und Trauma. Erschienen in PMC, 2025. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11830576/
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Transkript
Uneditiertes Transkript zur Folge (mit KI Tool entstanden)
Fearless Prefection, der Podcast über Kreativität, Inspiration und Empowerment, der dich ermutigt, einfach loszulegen, bevor du dich bereit fühlst. Hi, ich bin Barbara und in Staffel 8 geht es um das analoge Leben. Hashtag AnalogLive. Echte Verbindungen und kleine Kreise, die Großes bewegen. Ich zeige dir, wie du in 2026 vom Bildschirm wegkommst und was passiert, wenn du es tust. Stricken ist politisch und analoge Kreise können eine Infrastruktur bilden. Stell dir vor, irgendwo in deiner Stadt treffen sich jetzt, sehr wahrscheinlich, regelmäßig Frauen in kleineren Gruppen und sie stricken zusammen oder malen zusammen oder gehen zusammen laufen oder sie treffen sich zum Töpfern, zum Yoga, völlig egal. Sie verändern damit mehr, als sie ahnen. Denn was auf den ersten Blick nach einem Hobby aussieht, ist auf den zweiten Blick ein Kreis, wie aus der letzten Folge. Und was passiert in diesen Kreisen wirklich? Naja, sie sind Safe Spaces. Orte, an denen du keine Performance leisten, vorspielen musst oder einfach nötig ist. Es ist eine Ko-Regulation. Wenn man gemeinsam was mit den Händen tut, beruhigt es das Nervensystem. Es ist ein Austausch ohne eine Agenda. Es gibt keine Slides, keine PowerPoint, kein Netzwerken, kein Contentplan. Es geht einfach nur ums Reden und ums Machen. Und dabei fließt Wissen. Bewusst oder unbewusst. Ob beruflich, persönlich, politisch. Vielleicht tauscht ihr euch nur über Strickmuster aus. Vielleicht redet ihr aber auch über politische Themen, über Tagesgeschehen. Ihr tauscht euch aber aus, weil Vertrauen entsteht in diesen Kreisen. Und das ist kein Zufall. Frauen haben schon immer diese Kreise gesucht, bewusst, unbewusst, als Reaktion auf die Welt. Und weil die Welt gerade so ist, wie sie ist, wird das wieder mehr der Fall sein. Man bekommt es auch mehr mit. Es werden teilweise wieder rote Mützen gestrickt. weil das schon mal als Protest gegen Faschismus und Nazis ein Zeichen setzen sollte. Diese analogen Gemeinschaften, diese Real-Life-Treffen sind ein Widerstand gegen die Isolation, gegen die Algorithmen, die dir auf deinem Bildschirm nur das anzeigen, was sie für dich filtern. Und auch gegen die Erschöpfung, die von dieser ganzen Bildschirmzeit kommt. Und um wieder auf die Inhalte aus Folge 1 zurückzukommen, in diesen Treffen, in diesen Meetings, Meetups, Wie auch immer du diese Gruppen nennen möchtest, kommt es dazu, dass du diesen ganzen Kreis machst. Du erlebst etwas in dem Kreis, du reflektierst das, du teilst es mit den anderen und andere machen auch diesen Kreis durch. Und wenn du das Ganze jetzt aus dem Offline-Leben wieder ins Online-Leben packst, wenn du online darüber redest, dass du in so einer Strickrunde warst, dann erfahren andere davon und kommen auch raus aus dem Online-Leben ins Offline-Leben, weil sie vielleicht zu dem Stricktreffen kommen wollen. Ich habe jetzt einen KI-Prompt für dich, der dich vielleicht dabei unterstützen kann, dir zu überlegen, was für ein Hobby zu dir passt. Ich möchte mehr analoge Gemeinschaft in meinem Leben haben. Hilf mir, ein passendes Hobby und die entsprechenden Frauenrunden dazu zu finden. Frag mich, was machst du am liebsten mit anderen Menschen zusammen und welche Gemeinschaft fehlt dir gerade? Hilf mir, einen konkreten ersten Schritt zu machen. Du kannst das Ganze natürlich auch ohne Prompt machen, indem du dir einfach überlegst, ob du eine Joggingrunde gründen oder beitreten willst, ob du zu einem Yogakurs jede Woche gehst, ob du dich zum Stricken triffst, ob du dich zum Malen triffst. Versuche es aber offline zu machen. Noch ein paar Journaling-Fragen zu dem ganzen Thema? Welcher analoge Kreis bzw. Gruppe in deinem Leben gibt dir am meisten Energie und wie oft bist du wirklich dort? Was hält dich davon ab, einen eigenen Kreis, eine eigene Gruppe zu starten oder einem beizutreten? Wenn du eine idealen wöchentlichen, monatlichen analogen Kreis oder Gruppe beschreiben würdest. Wie sieht das aus? Jetzt wieder eine Hausaufgabe für dich für diese Woche. Such dir einen analogen Kreis. Such dir eine Gruppe oder starte eine. Es kann auch eine sehr kleine Gruppe sein mit zwei Menschen. Und dann schreib dir nach dem Treffen auf, wie es für dich war. Nicht für Instagram, deinen Blog. Einfach nur für dich, mit Stift und Papier. Schreib dir auf, wie fühlst du dich? Was macht das mit dir? Einfach damit du das mal für dich klar bekommst. In der nächsten Folge geht es um die Frage, ob deine nächste Idee im Wald auf dich wartet. Geht um Kreativität ohne Strom. Als Abschluss für diese Woche. Was wäre möglich, wenn du deine wichtigsten Gespräche nicht online, sondern in einem Raum führst, in dem ihr etwas mit den Händen tut? Bis nächste Woche. Das war Fearless Prefection. Dein Reminder, dass echter Impact nicht im Algorithmus entsteht, sondern im Gespräch, im Kreis, im Viertel, in der Bewegung. Analog, zusammen, verändern. Ich bin Barbara, deine Content- und KI-Mentorin für Female Empowerment, Content Creation mit Haltung und einem spielerischen Umgang mit KI. Wenn du deine analogen Momente teilen möchtest, zeig sie mir auf Instagram. Schick mir eine Nachricht oder tagge mich im Kommentar. Den Link zu Instagram findest du in den Shownotes. Und hab immer Stift und Papier dabei, denn Deine nächste große Idee wartet schon darauf von Dir festgehalten zu werden.